1. Kapitel
"Wach auf Sternenjunges!" Wolkenjunges Pfoten trommelten gegen Sternenjunges Rücken. Sie öffnete verschlafen die Augen. "Na endlich." Ihr Bruder stupste sie aufgeregt an. "Wir dürfen heute zum ersten Mal aus der Kinderstube!" er sah sie begeistert an. Sternenjunges schloss wieder die Augen. "Lass mich schla -" begann sie, dann sprang sie wie vom Blitz getroffen auf. "Wir dürfen raus?" fragte sie nun hellwach. Wolkenjunges nickte wild. Gerade als Sternenjunges los laufen wollte zog ihre Mutter, Rauchflug, sie an sich ran. "Aber erst mach ich euch schön." sagte sie und begann Sternenjunges zu putzen. Nach einiger Zeit und vielen versuchen zu entfliehen waren Wolkenjunges und Sternenjunges fertig mit der Wäsche. Die Augen von Rauchflug glänzten stolz. "Na dann ab mit euch, aber stört keinen und passt auf, das ihr keinem Krieger zwischen die Pfoten läuft!" rief sie noch hinter her. Wolkenjunges und Sternenjunges stürmten nach draußen. Mitten auf der kleinen Lichtung blieben sie stehen und sahen sich mit großen Augen um. "Wie riesig das hier ist." hauchte Wolkenjunges begeistert und ängstlich zugleich. Die Lichtung des Lagers war klein und mit Bauen umrandet. Die hohe Ginsterbarriere schützte vor Angreifern und verbarg das Lager, das an einer Felswand lag. "Das muss die Sprechnase sein!" sagte Sternenjunges und zeigte mit der Schnauze auf einen Vorsprung, weit über ihren Köpfen. Viele Stein bildeten eine Art Treppe hinauf. Unter der Sprechnase befand sich, versteckt zwischen zwei großen Felsen, ein kleiner Eingang zu dem Anführerbau. *Irgendwann werde ich darin schlafen!* dachte Sternenjunges. *Als Anführerin des LichtClans!* Wolkenjunges riss sie aus ihren Gedanken. "Guck mal da drüben ist der Frischbeutehaufen." Sternenjunges drehte sich um. Eine kleine Birke stand da. Einige Äste erreichten den Boden und verbargen fast den Frischbeutehaufen, der da geschützt vor Regen, seinen Platz hatte. Sternenjunges sog die verschiedenen Gerüche ein die von den verschiedensten Beutetieren ausging. Doch auch dazu hatte sie nicht lange Zeit, weil ihr Bruder schon wieder was neues Entdeckt hatte. Er stand vor einem Bau in der Felswand. Sternenjunges ging zu ihm. "Komm wir gehen da rein!" sagte Sternenjunges und wollte schon loslaufen, aber Wolkenjunges bewegte sich nicht. "Aber Rauchflug hat doch gesagt wir sollen niemanden stören." Wolkenjunges guckte zur Kinderstube, aber von Rauchflug war nichts zusehen. "Na gut." gab er dann widerwillig nach. "Aber es war nicht meine Idee!" fügte er noch hinzu. Er wirkte jetzt wieder so fröhlich wie immer.
Sie betraten zusammen den dunklen Bau. Es roch nach vielen Katzen. Durch den Farnvorhang vor dem Eingang drang nur wenig Licht, deshalb brauchten Sternenjunges Augen einen Moment, um sich an die Dunkelheit zu gewöhnen. Als sie alles erkennen konnte riss sie die Augen auf. ,,Von außen sah der Bau viel kleiner aus!", hauchte sie. Der Bau ging tief in die Felswand, so tief, dass das Licht fast nicht reichte um das Enden der Höhle zu erkennen. Überall lagen Nester, dicht nebeneinander. In manchen von den Nestern lagen zusammen gerollte Katzen. Nachdem Sternenjunges genug gesehen hatte blickte sie zu ihrem Bruder. Wolkenjunges hüpfte gerade zu einem Nest. "Hier muss unser Vater schlafen. Es riecht hier ganz stark nach ihm!" rief Wolkenjunges zu ihr rüber. "Ja stimmt!" sagte sie begeistert, als sie zu ihm kam. Auf einmal erhob sich eine tiefe Stimme. "Was macht ihr denn hier?"